Maikaefer's Weblog


Erste Mission: Gegend erkunden
August 16, 2009, 2:12 pm
Filed under: Japan - wir kommen... | Schlagwörter: , , , , , ,

o-mohrübeMaison Kayser, direkt gegenüber vom Bahnhof Denenchofu / Bäckerei mit leckeren und bezahlbaren französischen Croissants, Baguettes, verführerischen Kuchenstücken und großen Schokobrötchen. Anschließend wird die Stadt erkundet. Wie ein Schild uns unverkennbar mitteilt, geht es zum „Zahnarzt“ über die Treppe in den zweiten Stock. Wir sind beruhigt, das wir trotz noch schwacher Kenntnisse der japanischen Sprache uns hier so leicht zurechtfinden. Ein paar Häuser weiter öffnet gerade eine kleine Sushitheke, der Laden ist keine zwei Meter breit, ein paar offene Kühltruhen am Straßenrand und fertig ist die Sushibude… Direkt dahinter registriere ich eine merkwürdige Bewegung am unteren Rand eines alten Holzgebäudes. Bei genauerem Hinsehen erkenne ich den Fischteich in Größe von knapp einem Quadratmeter direkt neben unseren Füssen unterhalb des Hauses. Zwei Goldfische und ein mittelgroßer Koi ziehen hier ihre Runden. Zwei Straße weiter gehen wir in den family mart (so eine Art Schlecker, ‚kombini‘ heisst das in Japan).
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Am Nachmittag ein Spaziergang zum Tamagawa (Tama-River) Vom anderen Ufer her schwallt laute Musik. Auf einem Parkplatz feiern eine Menge Jugendliche. Angler säumen das Ufer. Wir sehen vier dicke, dunkelgraue Fische, die anscheinend zu schlau für die Petrijünger sind und sich lieber dicht an die Schleuse mit Fischtreppe halten. Flussromantik kommt hier nicht auf, nicht nur wegen der lauten Musik. Über uns fährt die Bahn, neben uns donnern Autos über die große Brücke. Das Ufer ist betoniert und eher ernüchternd. Etwas weiter links liegt eine großzügige Freizeitfläche im Grünen und viele haben sich zum Picknick in das Gras oder an die Steinstufen gesetzt. Erst ein Stück weiter flussaufwärts hinter dem Sperrwerk wird das Ufer wieder grüner und sympathischer. Eine Baseballmannschaft rennt auf dem Sportplatz, Jogger überholen uns, Fahrradfahrer fahren auf Wegen, die deutlich mit einem durchgestrichenen Fahrrad markiert sind und – entgegen jeder Aussage zur angeblichen Sauberkeit der Japaner liegt immer wieder reichlich Müll am Ufer herum. Gegenüber, am anderen Flussufer, sehen wir die Plastik- und Holzverschläge der Homeless im Schilff stehen. Der Rückweg führt durch den Tamagawa-dai Park und ist nett. Dieser Weg wird in Zukunft des öfteren auf unserem Plan stehen.

Am späten Nachmittag Einkauf in „Precce“ – jetzt haben wir unseren „MEYER“ in Tokio gefunden. Fast wie Zuhause gibt es hier eine große Auswahl an Frischem und Dingen für den täglichen Bedarf. Dieser Supermarkt gefällt uns. Das System der Einkaufswagen lässt einen streßfreien Einkauf zu: Am Eingang schnappt man sich einen Plastikkorb und ein Einkaufswagengestell. Dort wird der Korb eingehängt (ähnlich wie ein Buggy, in den man die Babyautoschale einhängen kann…). An der Kasse wird der Korb einfach auf den Tresen gestellt und – nach Eingabe der Preise durch die Kassiererin – wieder zurückgegeben. Nach dem Bezahlen verstauen wir die Artikel in Ruhe in einem Extra-Bereich vor dem Ausgang in unsere mitgebrachten Baumwolltaschen. Den Plastikwahn der Japaner wollen wir von Anfang an nicht unterstützen. Das wir unsere guten Vorsätze aber nicht ganz durchhalten können wird im Laden schnell klar: Hier gibt es z.B. einzeln in Plastik eingeschweißte Möhren und Zitronen zu kaufen. Das ist so absonderlich, dass wir eine Möhre mit nach Hause nehmen und ein Foto für alle Daheim gebliebenen machen müssen. Dieser Plastik gewordener Traum einer Supermöhre kostet 270 Yen, das sind in etwa 2 Euro. Die O’Möhre (das ‚o‘ vor dem jeweiligen Wort markiert die Wertschätzung in der japanischen Sprache und es heisst dann soviel wie „heilige Möhre“) wird jetzt unser Star. zitroneIn den Salat kommt sie in kleinsten Streifen, mittels des superscharfen japanischen Küchenmessers ebenmässig geschnitten, und muss für mehrere Tage ausreichen. Bei den saftigen Preisen wird es hier so schnell keinen Möhreneintopf geben. Dafür konnten wir bei den Sojasprossen ein echtes Schnäppchen schlagen. Für 49 Yen gibt es einen großen Beutel extraknackiger Exemplare. Es ist schlagartig dunkel geworden, war der erste Gedanke beim verlassen von „Precce“, doch wir haben immerhin eine Stunde lang alle Regale untersucht und uns einen Überblick über das hier gebotene Sortiment verschaffen. falti-3Auf dem Rückweg sammeln wir ‚Falti‘ ein, ein sehr großer und hübscher aber leider nicht mehr lebendiger Schmetterling, der am Wegesrand liegt. Er wird genauestens erforscht und liegt beim Abendbrot auf dem Esstisch.

1 Zitrone = 180 Yen (ca. 1,34 Euro)
1 Möhre = 270 Yen (ca. 2,00 Euro)
1/8 Melone = 580 Yen (ca. 4,45 Euro)
1 Flasche Olivenöl, klein = 720 Yen (ca. 5,50 Euro)
300 g Rindfleisch in Scheiben = 1.500 Yen (ca. 8,80 Euro)
1 Liter Milch = 198 Yen (ca. 1,52 Euro)
5 kg Reis = 1.900 Yen (ca. 14,60 Euro)
1 Tüte Sojasprossen = 49 Yen (ca. 0,37 Euro)
1 Glas Honig = 2.300 Yen (ca. 17,65 Euro)


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Ich kann die Liste an überteuerten Produkten noch beliebig ergänzen:
– 1 Suppenhuhn = 3.800 Yen (ca. 28 Euro)
– 50 g Frischkäseaufstrich ‚Buko‘ mit Kräutern = 580 Yen (ca. 4,30 Euro)
– 1 Pizza klein = 2.400 Yen ( ca. 17,80 Euro)
– 1 Pizza groß = 3.600 Yen (ca. 26,80 Euro)
usw.

Kommentar von maikaefer




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