Maikaefer's Weblog


Buspapa und Busmama
Oktober 22, 2009, 12:05 am
Filed under: Japan - wir kommen... | Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

Morgens um kurz nach sieben, alle schleichen, noch müde vom Wochenende, zum Schulbus der Deutschen Schule Tokyo Yokohama (kurz: DSTY).
schulbus-dsty_klein
Zu jeder Busfahrt muss ein Begleiter anwesend sein, der oder die die Kinder zum Anschnallen, Still sein, zur Ordnung – kurz: zum Einhalten der Busregeln – ermahnt. Auf der morgenlichen Fahrt zur Schule übernehmen diese Aufgabe immer Schüler aus den Abschlussklassen (also dank G9 und G8 jetzt 12. und 13. Klasse) und am Nachmittag sind dann japanische Muttis im Bus, die das Einhalten der „BUS-REEE-GELLLL“ überwachen. Für die Kinder heissen diese Personen schlichtweg „Busmama“ und Buspapa“. Das witzige daran ist, das „Buspapa“ und Busmama“ z.T. Schüler und Schülerinnen sind, eben offensichtlich im wahren Leben keine Mama und Papa. So wunderte Ben sich anfangs über den Begriff „Papa“ und schaute den Denenchofu-Buspapa zuerst kritisch von der Seite her an (offensichtlich mit dem Gedanken beschäftigt, ob der den schon Kinder hätte…).
Der Schulbus ist sehr japanisch: eng, und die Sitze sind komplett mit Plastik überzogen. Wollen Eltern einmal mit dem Schulbus von der DSTY nach Hause fahren, muss man sich im Bussekretariat anmelden und 500 Yen bezahlen. Dafür kommt man in den Genuß eine knappe halbe Stunde seine überlangen Beine in die kleinen Sitzreihen einzuquetschen, darf sich die schreienden und lärmenden Kinder anhören und wird von der Busmama mit den aktuellen „BUS-REEE-GELLLLN“ konfrontiert, einem übergroßen Pappschild, das der dummen deutschen Mutter, die sicher kein japanisch versteht, direkt unter die Nase gehalten wird, damit auch ja die Busregeln eingehalten werden!
Da japanische Eltern, insbesondere die Mütter, mit ihren Kindern nie schimpfen, sie nicht reglementieren und sich von den Kleinen oft terrorisieren lassen (bis dann im Einkaufscenter der japanische Papa stillschweigend sein schreiendes Kind auf den Arm nimmt und geht…), also alle japanischen Kinder wie kleine Kaiser behandelt werden und völlig verzogen sind, kann sich die japanische Busmama im Schulbus überhaupt nicht durchsetzen. Die Kinder machen anscheinend was sie wollen…


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