Maikaefer's Weblog


Kamata und der Versuch, den Hund anzumelden
Oktober 22, 2009, 3:31 am
Filed under: Japan - wir kommen...

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Stolz, das Bezirksamt auf dem Stadtplan gefunden, für nur 150 Yen eine Bahnstrecke getestet und nach nur dreimaligem Nachfragen den Weg gefunden zu haben, gehen wir in das große Gebäude, das von innen sehr nach Behörde ausschaut. Am Counter werden wir in Englisch bedient – aber leider kann der Hund hier nicht angemeldet werden. „Only People“. Die Behördenmitarbeiterin sucht nervös in ihren Unterlagen und holt schließlich einen gelben Zettel mit einer kleinen Wegbeschreibung. Nur wenige Minuten weiter südlich sollen wir ein Gebäude aufsuchen, allerdings ist dort erst ab 13:00 Uhr geöffnet. Die Zeit (etwas mehr als eine Stunde) verbringen wir in einem chinesischen Restaurant, der Koch kommt an den Tisch und spircht uns auf englisch an. Das Essen ist sehr scharf aber lecker. Ein kleiner Bummel durch das Viertel und um Punkt 13:00 Uhr stehen wir in der nächsten Behörde. Hundeunterlagen herausgeholt, das Anliegen vorgetragen und voller Hoffnung, dass alles reibungslos über die Bühne geht… Wildes Gerede, drei Frauen, die auch nicht besseres Englisch sprechen als die Dame vom Vormittag, machen uns klar, dass hier der englischsprachige Service-Counter sei. Sie haben offensichtlich keinen Plan von irgendetwas, wissen vielleicht gerade einmal, dass sie beim Amt Ota-ku arbeiten und telefonieren, debatieren, telefonieren wieder, fragen den männlichen Kollegen, der es vielleicht wissen muss. Nach dem dritten Telefonat versuchen sie uns die richtige Adresse mitzuteilen. Den Namen des Ortes verstehe ich – trotz mehrfachen Nachfragens – nicht richtig. Irgendwie klingt es wie chichijichi. Von Hand schreibt eine der Damen die Adresse in Hiragana auf den Zettel, erklärt das japanische Wort für „Hunderegistration“ und wir gehen – den Kopf schwirrend – wieder nach Hause.

Nach geschlagenen 20 Minuten habe ich die Handschrift mit der Adresse entziffert (kein einziger Buchstabe sah auch nur annähernd so aus wie in meinem Übungsbuch) und eine passende Bahnstation im Stadtplan gefunden. Yukigayaotsuka, so heisst die Station, und der Ort, Stadtteil oder was auch immer nennt sich Yukigayaotsukamachi. Mit dem Fahrrad sind es keine 15 Minuten bis dorthin. Die Kanpachi-dori entlang, an der Denenchofu-Feuerwehrstation vorbei ist es sehr einfach zu fahren. Noch dreimal muss ich mich durchfragen, werde in drei komplett unterschiedliche Richtungen geschickt und bin dann endlich, Nachmittags um 16:15 Uhr, soweit, dass der Hund registriert werden kann. Der freundliche ältere Beamte spricht KEIN Wort Englisch, nach 10 Minuten schwitzen, Versuchen des Japanisch-Redens, der Handzeichen etc. ist es geschafft. Noch 3,550 Yen für das Jahr zahlen, Plaketten entgegen nehmen, Belehrungen für das jährliche Impfen über sich ergehen lassen (die japanischen Wortschwalle des Mannes werden von symbolisierten Spritzen-Handbewegungen und „piek“ „piek“ untermauert). Ich verstehe sogar, dass ich jedes Jahr wieder herkommen soll und neu bezahlen soll…


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