Maikaefer's Weblog


Ausflug nach Tama-Center
November 3, 2009, 11:32 pm
Filed under: Japan - wir kommen... | Schlagwörter: , , , , , , , ,

Foto49
[Foto aufgenommen irgendwo zwischen den Bahnhöfen Inadazutsumi und Keioinadazutsumi.]

10:40 Uhr – Aufbruch zur Bahnstation. Heute geht es weiter raus, Richtung Süd-West nach Tama-Center. Das gehört noch zu Tokyo, liegt aber südlich des Tamagawa und ist laut Internet genau 1:06 Minuten Bahnfahrtzeit entfernt. Um 12:00 Uhr treffe ich mit der Cousine von Mari. Tomoko heisst die Cousine, die ich bislang nur von zwei E-Mails her kenne.
Umsteigen in Musashi-kosugi, die Bahnlinie wechseln und weiter mit der Nambo-Linie bis Inadazutsumi. Die Bahn fährt durch das abgrundtief hässliche und schäbig aussehende Kawasaki. Schon im Zug sieht man den Leuten an, dass sie aus einfacheren Verhältnissen stammen. Leider werden in dieser Bahn die Namen der folgenden Bahnstationen nicht mehr in Englisch angekündigt und es ist etwas abenteuerlich die richtige Station herauszufinden, da der Bahnsprecher nicht nur sehr schnell spricht, sondern auch leise und stark nuschelt.
Die einzelnen Stationen heissen:
– Musashi-nakahara
– Musashi-hinjo
– Musashimizonokuchi
– Tsudayama
– Kuji (das war das einzige, welches ich richtig verstanden habe!)
– Shukugawara
– Noborito
– Nakanoshima
… und ausgestiegen bin ich in Inadazutsumi!

Der Bahnhof der nächsten, sich mit dieser Bahn kreuzenden Bahnlinie heisst Keioinadazutsumi, ist ca. 5 Fußgehminuten entfernt. Durch eine ziemlich enge, urig aussehende Gasse, die einer Spielfimszene entstammen könnte, in der der Bösewicht von einem Helden gejagt wird, geht es zu Fuß weiter zur Keio-Line. Nach weiteren fünf Stationen bin ich endlich am Ziel. Auch an dieser Linie hören sich die Haltestationen alle recht ähnlich an. Tama-Center scheint eher neu zu sein. Tomoko erzählt mir, das die Stadt in den 70’er Jahren auf dem Reissbrett neu ‚erschaffen‘ wurde und die Fußgängerpassage, in der übrigens reichlich Tannenbäume, von goldfarben glitzern bis Echtbaum in japanischer Weise zu einem exakten Kegel geschnitten und riesengroß stehen, sieht eher aus wie ein einfaches Disneyland, auch Mc-Donald’s darf hier natürlich nicht fehlen.

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[bunte Bäume am Straßenrand auf dem Weg zu Tomoko’s Wohnsiedlung]

Wir haben uns drei Stunden gut unterhalten und viel gelacht. Das war ein netter Tag und der Blick aus dem Bahnfenster auf dem Rückweg ist genauso trist wie bei der Hinfahrt…
Auf jedenfall wird auf dieser Fahrt, besonders bei dem Blick zur Tokyoter City – die sich wie ein endloser Wurm hinzieht mit den Wolkenkratzer-Ansammlungen und der schier nicht enden wollenden grauen Betonklotz-an-Betonklotz-Wohnbaracke-an-Wohnbaracke-Hügel-an-Straße angrenzenden Ansammlung von Hässlichkeit, Zivililsationskehrseiten und Fortschritt, Tradition und immer wieder auftauchenden kreuz- und quer verlaufenden Stromkabelansammlungen, die jedem Elektriker in Europa die Hände über den Kopf zusammen schlagen ließe – deutlich, dass wir in einer der am dichtesten besiedelten Fleckchen auf der ganzen Erde gelandet sind und dass wir mit unserem Wohnort Denenchofu und dem nahe gelegenen Tamagawa mit seinen Freiräumen und Sportflächen noch ein ganz gutes Los gezogen haben…


2 Kommentare so far
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Schön, dass du meine Cousine kennengelernt hast.
Schön, dass du deinen Wohnort in Tokyo erkannt hast, wie in Blankenese in Hamburg. Ich habe schon überrascht, als du deinen zukunftigen Wohnort erzähltest, wie privilegiert ihr seid!!
Tamacenter ist doch nicht so nah von Denenchofu, habe ich bemerkt. Aber erstaunlich hast du nach zwei Monaten schon geschafft, doch so selbständig frei in ganz fremden Land zu bewegen. Ich kann zwar japanisch lesen, doch einen neue Ort in Tokyo zu besuchen, geht’s mir genauso selbe wie du, immer so spannend! Die Ansage des japanischen Schaffners ist oft der sowas Sing-sang mit der extra Nasenstimme kann oft für Japaner auch schwer zu verstehen.
Wie viele Abenteuer wartet auf dich, wahrscheinlich, unzählige! Weiter viel Spaß!

Kommentar von kmarisan

… ja in der Tat, das Ansagen im SingSang getätigt werden und auch Verkäufer die Preise nahezu festlich in sonorischer Stimme singend anpreisen, dass haben wir auch schon des öfteren festgestellt.
Es war ein lustiger Tag bei deiner Cousine, ich habe sie abschließend einmal nach Denenchofu eingeladen, dann werden wir weiter lachen…

Kommentar von maikaefer




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