Maikaefer's Weblog


Japanisches Bauen mit Sperrholzschachteln
November 23, 2009, 3:34 am
Filed under: Japanische Baustile


Eine Baustelle, an der ich beinahe täglich auf dem Weg zum Tamagawa vorbeikomme, kann ich hier den Japaninteressierten nicht vorenthalten. Immer wieder muss ich anhalten und vor Verwunderung staunen, dass wirklich ohne jegliche Dämmung Holzschachteln errichtet werden. Zudem riecht das Holz sehr frisch – nicht langjährig gelagert. Dieses Haus hier liegt unmittelbar an einem steilen Hang zwischen Straße und Bahn. Wie auf jeder Baustelle liegt auch hier viel Krimskram herum. Witzig zu beobachten ist allerdings, dass sich die Arbeiter ihre Straßenschuhe ausziehen, sobald sie das Haus betreten und in ihren weißen Zehlingsocken herumrennen. Auf einer anderen Baustelle habe ich einen eigens für die Arbeiter auf dem Gerüst platzierten Getränkeautomaten gesehen. Wiederum auf einer anderen tümmelten sich 23 !!! (ich bin extra stehen geblieben, um es zu zählen) Arbeiter auf einer Fläche von 8×2 Metern und sorgten für die Fertigstellung des Hauses (Elektrik, Gartenarbeit, Auffahrt pflastern etc.).


Zurück zu den Sperrholzschachteln der Japaner: Im Winter ist es in normalen japanischen Häusern extrem kalt. Es gibt – wie gesagt – keine Dämmung, so dass die Räume sehr schnell auskühlen. Die Fenster sind einfach verglast, eine Heizung (außer der Klimaanlage, die auch warm pusten kann) ist nicht verbreitet. Lediglich in ein paar Häusern, die als Mietobjekt für Gaijins geplant sind, gibt es in einigen Räumen eine Fussbodenheizung. Niedrigenergiehäuser sind in Japan nicht bekannt. Heizsysteme, Sonnenkollektoren etc. nicht weit verbreitet. Japanische Häuser werden allem Anschein nach nicht für eine Ewigkeit errichtet und auch bei Bedarf schnell wieder abgerissen. So hält man sich nicht unnötig mit solider Bauweise auf. Dafür umso mehr mit prunkvollen Blenden für die Holzschachteln, damit das Ganze auch nach etwas aussieht und der Mercedes vor der Tür besonders gut zur Geltung kommt…


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