Maikaefer's Weblog


Goldener Herbst mitten im Dezember
Dezember 7, 2009, 12:09 am
Filed under: Japan - wir kommen...

Die gelb-goldenen Ginko-Blätter rascheln vom Baum und fallen derzeit in großen Mengen herunter. Die roten Blätter des japanischen Fächerahorns leuchten grell in der Sonne Herbststimmung in Tokyo. Allerdings haben wir Mitte Dezember, die Stadt ist seit Wochen über und über mit Weihnachtsdekoration und blinkenden Lichterketten übersät. Gestern, am Sonntag, schien die Sonne bei milden 15° C. So kommt noch nicht recht Weinachtstimmung bei uns auf. Wir haben eher das Gefühl, es müsste jetzt Ende September oder Anfang Oktober sein… Trotz der schön anzuschauenden Blätter gibt es auch Kehrseiten: Unmengen an Blättern müssen wir vor unserem Haus immer wieder auffegen. Keine Stunde später sieht eigentlich alles wieder aus wie vorher und die Arbeit könnte von Neuem beginnen (wir beschränken uns dann doch lieber auf maximal 1x täglich fegen).

Ganz anders sieht das unsere japanische Nachbarin von der Ecke gegenüber. Seit Monaten versuchen wir mit einem freundlichen „Ohayou gozai masu“ (das bedeutet so viel wie ‚einen schönen guten Morgen‘ – in der höflichen Form) eine Kontaktaufnahme zu erreichen, aber jedes Mal dreht sie sich um und rennt weg. Auch unsere deutschen Nachbarn haben es bisher noch nicht geschafft, das Eis zu brechen. Diese besagte japanische Dame, Besitzerin eines sehr großen im alten Stil erbauten Hauses mit exakt im rechten Winkel geschnittenen Bodendeckerbambus vor der Tür und zwei sehr großen alten Bäumen vor dem Eingang, terrorisiert die ganze Gegend jeden Tag mit ihrem Laubsaugegerät – auch gerne am Sonntag um 8:00 Uhr morgens. Da diese besagte japansiche Dame eine sehr gründliche ist, wird erst Laub gesaugt, dann die Straße gefegt und anschließend alles mit einem Schlauch und Wasser gründlichst gespült. An manchen Tagen wird dieses Prozedere auch mehrfach durchgeführt. Lachen mussten wir in der vergangenen Woche, als ein Trupp Gärtner anmarschierte, die eh schon exakt geschnittenen Pflanzen stutzte und – festhalten – obwohl die Dame des Hauses am Morgen ihr bekanntes Prozedere durchgeführt hatte, musste der Trupp Gärtner erst den Boden gründlichst Schrubben, dann Pflanzenarbeit vornehmen (zwischendurch natürlich mehrfach fegen) und zum Nachmittag hingen die drei Gärtner in den Bäumen und schüttelten das Laub raus. Natürlich wurde alles mit einem erneuten Fegen gekrönt. Da hatten wir unseren Spaß bei so viel japanische Gründlichkeit.





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