Maikaefer's Weblog


Endlich wieder da!
Mai 8, 2011, 9:47 am
Filed under: Nach dem großen Beben


Nach langen Wochen in Deutschland sind wir endlich wieder zu Hause.

Ankunft am Samstagmittag
Fünf freundliche Flughafenmitarbeiterinnen stehen Spalier und begrüßen uns mit freundlichem Lächeln – wir sind zurück in Japan. Am Flughafen Narita ist jedes dritte Laufband aufgrund der „Save Energy“-Kampagne out of function, ansonsten scheint alles normal zu sein. Entlang der Autobahn begrüßen uns Bäume in saftigem Grün, Azaleen in voller Blütenpracht und entlang der Strecke sehen wir viele bestellte Reisfelder. Der Himmel leuchtet blau und bei 20°C und leichtem Nieselregen fahren wir durch Tokyo. Es ist ein schönes Gefühl nach mehr als 8 Wochen wieder hier zu sein. Wir wollen den Alltag in Japan wieder aufnehmen, die Deutsche Schule Tokyo Yokohama (DSTY) startet am kommenden Montag, der Hund wird im Laufe des Tages gebracht.

Wie haben wir die vorher oft für ihre Schrullen von uns belächelten Japaner vermisst. Baustellenmännchen geben auf der Straße ihr bestes, gleich fühlen wir uns wieder wohl, wie hat uns das gefehlt: Autobahnen in sehr gutem Zustand (als Kontrast zu den Schlaglochpisten in Deutschland, die eher Entwicklungslandniveau haben), entspanntes Fahren auf der Autobahn trotz dichtem Verkehrs (einheitlicher Verkehrsfluss dank max. 100 km/h auf der Autobahn und sicheres Fahren, viele, große Ampeln, freundliche Baustellenwinker die uns den Weg weisen – einfach schön. Selbst das sonst als extrem nervig empfundene japanische Radio wird plötzlich gerne gehört. Auf der Straße sehen wir schön schräge Großstadtjapaner/-innen, vom aufgebrezeltem IT-Girl mit Minimaushaarschleife und Stiefeletten bis an die Oberschenkel in superkurzem Minirock bis hin zu schrumpelig kleinen und sehr alten Japanern, in putzigen Schlappen, mit Sonnenschutzmützchen und eher spießigem Seniorenoutfit, vom Schulmädchen in Schuluniform auf viel zu kleinem Fahrrad bis hin zum flippigen, Baskenmützen tragenden Vertreter der jungen japanischen Intellektuellenszene auf hypermodernen Rennrad wie aus einem spacigen Film. Alles dabei. Und wir haben sie einfach gerne, „unsere“ Japaner. Am Straßenrand sehe ich im vorbeifahren eine Szene, die spontan mein Love Tokyo-Gefühl aufkeimen lässt: zwei Businessmen und eine Office Lady (OL) kommen von der Mittagspause aus dem Restaurant, lachen ausgelassen und gehen den Troitoir entlang, und hinter ihnen rennt der Kellner her, hält das liegen gelassene Portemonnaie der OL in der erhobenen Hand, verbeugt sich mit einem Lächeln und überreicht es wie selbstverständlich. Das ist in Japan durchaus üblich, hier sind die Menschen nicht nur stets lächelnd unterwegs, sondern auch auf einer naiv-ehrlichen Art und Weise vorbildlicher als Vorbildlich. Zumindest alle, bis auf Politiker und TEPCO-Mitarbeiter ;o)))

Hund kehrt aus Ferienunterkunft zurück
Was für eine Freude: endlich ist unser Rasmus wieder zu Hause. Er kann sein Glück kaum fassen, kommt immer wieder an und läßt sich kraulen. Auch das Bad im Garten, das aufgrund des starken Duftes nach Bauernhof erforderlich war und mit einer selbstgemixten Tinktur aus Wollpflegemittel und duftendem Shampoo sowie einer Ladung warmen Wassers erfolgte, konnte seine Freude nicht wirklich trüben.

Fahrt zum Supermarkt
Frühmorgens am Sonntag auf der Kanpachidori: kaum Verkehr, allerdings ist die Tiefgarage des OK-Marktes sehr voll. Die Regale sind bis zum Bersten voll, Wasservorräte (entgegen der sonst üblichen Art, das grundsätzlich in Japan wenig Vorräte in den Regalen ruhen) lassen die Regalböden bersten, eine zusätzliche Regalmeile für Wasser wurde eingerichtet. Alle Produkte sind im gewohnten Maße zu kaufen, also müssen wir uns deshalb keinerlei Sorgen machen. Unser Lagerraum ist bis obenhin gefüllt mit Wasservorräten zum Kochen, Waschen etc., Mineralwasser und Stilles Wasser in Mengen, Säften und vielen Lebensmitteln, die sich länger lagern lassen. Der Alltag kann beginnen. Die japanischen Nachbarn schauen vorbei und freuen sich, das wir nach so langer Zeit wieder zurück sind.


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