Maikaefer's Weblog


Einkaufen mit Kanjikenntnissen
Mai 19, 2011, 10:44 am
Filed under: Nach dem großen Beben

Produkte aus folgenden Präfekturen der Tōhoku- und Kantō-Region auf Honshū (本州 ), der großen Hauptinsel im Norden Japans, meiden wir bei unseren Einkäufen:

福島県 Fukushima

群馬県 Gunma

茨城県 Ibaraki [liegt in der Region Kantō]

栃木県 Tochigi [liegt in der Region Kantō]

岩手県 Iwate

宮城県 Miyagi

秋田県 Akita

青森県 Aomori

山形県 Yamagata

千葉県 Chiba [liegt in der Region Kantō]

Insgesamt gibt es 47 Präfekturen in Japan, da es aber sehr mühsehlig ist, die Kanjis aller Präfekturen zu lernen, beschränken wir uns auf diejenigen der Tōhoku-Region, in der auch das havarierte Kernkraftwerk Fukushima Dai-ichi Genshiryoku Hatsudensho (福島第一原子力発電所) liegt. Durch dieses Ausschlußverfahren kommen wir beim Einkaufen bestens zurecht.

Auch wenn es nicht immer leicht ist, auf den Verpackungen der Lebensmittel oder auf den Schildern in der Obst- und Gemüseabteilung des Supermarktes die Präfektursymbole zu orten (da man vor lauter Kanji oft „den Wald vor lauter Bäumen“ nicht sieht). So haben wir das eine und andere Mal den Laden blockiert, weil wir minutenlang vor der Ware gerätselt haben, woher das wohl stammt. Beim letzten Einkauf im Ok-Supermarkt half uns eine freundliche Japanerin bei der Frage, woher die Sahne wohl kommt. Auch die Japaner scheinen sehr darauf zu achten, die Produkte aus der Region um das Kernkraftwerk in Fukushima zu meiden. So sah man vor zwei Tagen in den lokalen Nachrichten, dass Erdbeerbauern aus Chiba auf vergammelten Erdbeeren sitzen geblieben sind, da die Nachfrage nach Produkten aus der Präfektur Chiba eingebrochen sei. Im COSTCO versichert uns der Japaner auf unsere Nachfrage, dass das gesamte Fleisch aus dem Ausland (Amerika und Australien) stammt. Wobei das vielleicht auch nicht immer eine gute Alternative darstellt, wenn man die Berichte über Hormone im Fleisch und Genmais als Futtermittel im Hinterkopf hat. Im teuren Edeleinkaufsladen in Denenchofu, Precce, hängen über den Regalen Infoschilder aus, auf denen versichert wird das alle Produkte geprüft sind und keinesfalls aus den problematischen Präfekturen im Norden Honshūs stammen. Im Laden verkündete auch eine Verkäuferin an einem Aktionsstand stolz und laut, dass das von ihr angepriesene Rindfleisch aus Okinawa (südlichste Inselkette Japans) stamme. Zielsicher griffen die Japaner zu diesem Spitzenprodukt in der Spitzenpreisklasse — auch ich habe mich da angeschlossen und mit gutem Gewissen der Familie etwas (hoffentlich) Gesundes auf den Tisch gebracht.


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