Maikaefer's Weblog


Hovawart in Tokyo

Schneemann muss dran glauben…

Die Überreste der Schneemänner, die nach gestrigem Wintereinbruch am Tamagawa entstanden, ächzen heute im Sonnenschein und geben einen jämmerlichen Anblick ab. Der Hund hat sich dafür entschieden, dass bei angekündigten Temperaturen von 16°C am Fluss dringend aufgeräumt werden muss. Mit Attacke wurden die Schneemannkugeln fachmännisch in Einzelteile zerlegt.

Von meinem iPhone gesendet
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Fundstück vom Tamagawa und stolzer Finder

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Ausflug nach Kanonzake – Baden, den Wind genießen und im Gras liegen
Zum Glück für den Hund sind noch keine japanischen Ferien, die beginnen erst am 15. Juli. Somit kann er noch mit an den Strand und sein liebstes Element, das Wasser, geniessen. Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt steigen wir bei 28˚C, leicht bedecktem Himmel und frischem Wind aus. Unerhört, unser Lieblingsparkplatz unter unserer „Privatpalme“ ist besetzt! Ein Kindergartenbus steht dort, davor ein Haufen gelbkappiger Kinder, die aufgeregt hin- und herlaufen.

Nach dem Baden erfreut sich der Hund am Gras, das rund um eine Picknikanlage auf einer Anhöhe (20m über dem Meer, also können wir hier im Falle eines Tsunamis ruhig sitzen bleiben) spriesst und wälzt sich genüsslich darin. Trotz des diesigen Himmels können wir die in die Tokyo Bay ein- und ausfahrenden Schiffe, darunter viele sehr große Containerschiffe und kleine Fischerboote, beobachten. Allerdings bleibt der Blick auf Minami-Bōsu, Süd-Chiba, verwehrt — die Halbinsel vor Tokyo, die eigentlich direkt vor uns liegen müsste. Mittlerweile ist der Bus mit den Kindergartenkindern wieder abgefahren. Nach den Versuchen, auf dem Palmenhain am Parkplatz eine blaue Decke für ihren Ausflug auszulegen und nach heftigen Windattacken auf selbigen ist es ihnen wohl zu windig gewesen.

Aufgrund der angenehmen Brise und des Meerblickes wollen wir gar nicht wieder zurück ins stickige Tokyo. Dort erwarten uns am Nachmittag 37˚C und feuchtschwüle Luft.
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Besuch vom schokobraunen Labrador Retriever-Freund
Heute hat sich der knapp zweijährige und sehr stark verfettete Freund von Rasmus (Name leider unbekannt, irgendetwas japanisches) mit seinem Herrchen und einem anderen Begleiter im Schlepptau zu einem Besuch seines Herzenfreundes hinreißen lassen. Rasmus und der schokobraune Knuddelhund, der immerzu zu lachen scheint und ein extrem freundliches Wesen hat, rennen bei jeder Begegnung auf der Straße begeistert aufeinander zu, wetzen die Nase und stehen beide schwanzwedelnd voreinander. Eine echte Männerfreundschaft.

Um die besondere Komik des heutigen Tages verstehen zu können, ist folgende Hintergrundinformation hilfreich:

Hier in Japan scheint es üblich zu sein, seinem Hund stundenlang hinterher zu laufen. Da Hunde, genau wie Kinder, nicht gemaßregelt werden und keine lauten Worte oder harte, einschränkende Maßnahmen ergriffen werden (wie z.B. an der Leine rucken), sieht man in den Straßen und im Park immer wieder Hunde aller Größen, die ihre Menschen spazieren führen. Folglich machen die Hunde, was sie wollen. Zum Glück sind die allermeisten Vierbeiner hier, trotz Großstadtstress und nicht immer idealer Auslaufbedingungen, sehr freundlich, wie eben ihre Menschen i.d.R. auch. Da wirkt sich die höffliche, angenehme Art der Japaner sicherlich auf ihre treuesten Begleiter aus.

Besagter schokobrauner Knuddelhund hatte sich heute anscheinend zu einem Besuch seines Kumpels entschieden. Warum auch immer. Plötzlich stand er vor unserer Haustür (die für japanische Verhältnisse relativ weit weg von der Straße entfernt liegt), seine beiden zweibeinigen Hinterherläufer des Tages im Schlepptau. Aufgehorcht durch das freudige Bellen Rasmus‘ (der eigentlich nur bellt, wenn die Zeugen Jehovas den Wachturm vor der Haustür anpreisen wollen) und verwundert, dass ohne Klingelton zwei Japaner vor der Tür stehen, wird die Haustür geöffnet, um dem Mysterium auf den Grund zu gehen. Schwupps, da war auch schon der Schokobraune im Haus und die Freude auf beiden Hundeseiten groß. Den Japanern war das irgendwie überhaupt nicht peinlich. Sie haben sich nur lachend gefreut, dass ihr Knuddelhund sich wiederum über seinen Kumpel gefreut hat.

Sie sind halt immer wieder für Überraschungen gut „unsere Japaner“. Hält man sie eben noch für schüchtern und zurückhaltend, stürmen sie im nächsten Moment schon auf fremde Grundstücke und entern fast das Haus.
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Sturmgrüße im Park



Der Parkfeger hat heute alle Hände voll zu tun: Seit ein paar Tagen stürmt es aus Süd-West und immer wieder lassen die kräftigen Winde morsche Äste aus den Bäumen fallen. Das freut natürlich den Hund. Bei (laut japanischem Wetterbericht) gefühlten 37˚C aber auch starkem Wind ist ein Spaziergang im Park eine herrliche Angelegenheit. Das Rauschen der Blätter im Wind erinnert an die (Nordsee-) Meeresbrise und mit reichlich Holz zum Zerwutzeln und Draufbeissen ist dem Hund nicht langweilig.
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Dusche nach der Regendusche

Die letzten Regentage machen dem Hund zu schaffen, da er derzeit sehr viel unter dem Gartenschlauch gewaschen (um den am Fell hochgespritzten Dreck nicht mit ins Haus zu schleppen) und anschließend mit alter Bettwäsche und alten Handtüchern abgerubbelt wird. Viel lieber würde Rasmus sich im Haus das Fell kräftig ausschütteln und tausend braune Spritzer an Küchenschränken und den weissen Wänden hinterlassen, als die von ihm als lästig empfundene Prozedur des Trockenreibens über sich ergehen zu lassen. Die Angst vor dem Gartenschlauch hat er mittlerweile überwunden, da — besonders an sehr heißen Tagen — das Abduschen und somit Abkühlen für ihn eine Wohltat ist.

Ein großer Vorteil der Regentage, die laut Wetterbericht (bis auf wenige Wolkenlöcher) auch noch die Woche über anhalten sollen, ist die damit verbundene Leere an den Grünflächen des Tama-Rivers. Aus Angst vor Dreck meiden die meisten Hundebesitzer die Flächen und Wege, so dass wir oft ganz alleine dort entlangschlendern können, abgesehen von ein paar wenigen mutigen Joggern, die offenbar eine leistungsstarke Waschmaschine ihr Eigen nennen.


Ein paar restliche Azaleen blühen noch. Die meisten der knallrosafarbenen und zumeist buchsbaumartig oder wellenförmig geschnittenen Blütenprachten sind jedoch vom Regen auf den Asphalt gewaschen worden.


Nach anfänglichem Zaudern, da er eigentlich grundsätzlich Angst vor Wasserhähnen und Schläuchen hat, ist Rasmus mittlerweile ein Fan der in Parks und am Rande von Sportflächen weit verbreiteten Trinkspender. Kaum ein Spaziergang ohne „Nachtanken“, auch wenn es jetzt noch gar nicht so heiß ist.


Wettschnüffeln mit Flexileine: Dank der aus Deutschland mitgebrachten Aufrollleine steht dem im Park nach Belieben Herumschnüffeln nichts mehr im Wege. So kann der Leinenzwang auch richtig Spaß machen. Bisher hat es ganz gut auch bei Spaziergängen mit mehreren Hundekollegen funktioniert, ohne großes Tohuwabohu.

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Noch mehr rote Schleifen!

Jetzt trägt auch der Hund rot: Seine „Steuermarke“ — eine rote Schleife, die am Halsband befestigt wird, mit der Aufschrift Heisei (平成) 23. Die Zahl ensteht aufgrund der Regierungszeit des derzeitig amtierenden japanischen Kaisers Hirohito, der für seine Amtszeit seit dem 08. Januar 1989 das Motto „Frieden überall“ (= Heisei) gewählt hat.

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Ideales Hundewetter
Kühle Luft, Wind und frische Meeresluft — was braucht ein Hund da noch zum Glücklichsein? Für unseren Rasmus ist der japanische Winter die ideale Jahreszeit. Das Fell ist vom starken Wind und dem Wellnessbad im Pazifik seidig und stark glänzend. Der Hund geniesst das hundefreundliche Wetter in vollen Zügen. Da sind ihm selbst die 23˚C, bei dem dieses Bild an einem stürmigen Tag in Wadanahama (Miura Peninsula) entstanden ist, schon zu warm.



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Rasmus hat das Apportieren gelernt
So manch ein Hund braucht Wochen oder Monate, bis er das sichere Apportieren gelernt hat — unser Hovawart hat es (endlich) nach 5 Jahren gelernt und nun will er ständig alles durch das Haus tragen. Nützlich, wenn er leere Plastikflaschen zum Müll tragen will.

Seit neuestem heisst der Hund bei uns nur noch „ooki tsugoi“ (dass so viel wie „wow groß“ bedeutet), da beim Spaziergehen und beim Joggern immer wieder die Japaner begeistert diese beiden Worte aussprechen, wenn sie Rasmus begegnen.

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Premiere: Der erste Besuch beim japanischen Tierarzt

Nun ist unser Hovawart bereits seit einem Jahr in Tokyo und das erste Mal in den Genuss einer japanischen Tierarztbehandlung gekommen: Diese bestand, nach dem Ausfüllen der Kundenkarte, aus dem Wiegen (durch drei Angestellte, die den mit der Situation etwas überforderten Hund im Nebenraum auf die Waage wuchteten) und der Herausgabe einer Packung Frontline. Der Fluchtinstinkt setzte bei Rasmus automatisch ein, als er die im Nebenraum zurechtgemachten Pudel sitzen sah, die gerade frisiert wurden, und den unverwechselbaren Tierarztgeruch in die Nase bekam.

Aber ein gestandener Hovawart wird auch mit solch einer extremen Stresssituation spielend fertig. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, wollten die drei Damen von der Tierarztrezeption denn wissen, was für eine Hunderasse das wohl sei. Ah, Doitsu, so so so. Auf Katakana wird Hovawart ab heute so geschrieben (es fand sich in den vielen Hundebüchern im Warteraum keine einzige Beschreibung dieser für Japaner ziemlich unbekannten Rasse, folglich ratselten alle im Kollektiv, wie man das wohl auf japanisch schreiben sollte…):
ホーババー
HO BA BAA
[soll „Hovawart“ heissen]

Das erste Jahr hat der inzwischen 5-Jahre alte Rasmus gut überstanden. Obwohl er die heisse Zeit mit über 40˚C auch hinter sich hat (er ist jetzt ein Fan von Klimaanlagen als auch Gartenschlauch und schlängelte sich beim Spazieren gehen von Schatten zu Schatten, froh dann wieder im kühleren Haus sein zu dürfen), hechelt er bei den jetzt angenehmen Temperaturen von „nur“ noch 25-28˚C und dem frischen Herbstwind wie im norddeutschen Hochsommer. Das Fell hat sich aber bei dem Temperatursturz von z.T. ber 20˚C innerhalb weniger Tage auf Winterzeit eingestellt – folglich haart der Hund wie verrückt und befindet sich im Fellwechsel. Inzwischen hat er sich auch daran gewöhnt, sein Geschäft auf offener Straße verrichten zu müssen und nicht diskret, wie aus seinem vorherigen Leben gewohnt, irgendwo im kuscheligen Gebüsch einer norddeutschen Feldmark. Hunderegenanzug, Dusche unter dem Gartenschlauch und Verzicht auf Rasen gehört zu einem Großstadthund ebenso dazu wie Hundefreunde an der Leine begrüßen, von Auto’s und wildgewordenen Radfahrern fast überfahren zu werden, Raben zu verjagen und ewiges Angegrapsche von den hundeverrückten Japanern.


Wie dieses bunte Plakat vermittelt, gehört auch Rücksichtnahme auf die Anderen zum Hundeleben – alle Hinterlassenschaften aufsammeln und die Straße mit Wasser nachspülen. Noch hat Rasmus sich nicht daran gewöhnt, dass alles, was er mit Hingabe und viel Mühe (schließlich sucht er die Straßen ausgiebig nach den geeignetesten Stellen ab) markiert hat anschließend wieder sauber gespült wird.

Die Rettung des armen Großstadthundes heisst: Tamagawa. Das bedeutet Freilaufen, Gras und Wiese unter den Füssen, Baden und andere Hunde treffen.

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Was für ein Hundeleben – Waschküchenwetter und Fussballfieber
Bei 88 % Luftfeuchtigkeit, über 30°C und bedecktem Himmel bringt einzig allein ein Sprung in den Tamagawa eine Abkühlung. Schon kleine Spazierrunden können da einen gestandenen Hovawartrüden, immerhin mit prächtigem schwarz-braunen Haarkleid, mächtig ins Schwitzen bringen. Vielleicht ist da der „Löwenhaarschnitt“ eines Hundekollegen (ein Golden Retriever, der frisch frisiert vom Hundefriseur kam und „hinten rum“ ab Brustkorbbereich abrasiert war, bis auf die Schwanzspitze; ausserdem war der Brustpelz noch toupiert und frisiert, so dass noch der liebste Hund wie ein echtes Wildtier aus Afrika aussieht) eine Alternative? Aber das wollen wir unserem Vierbeiner dann doch nicht zumuten, also lieber ab zum Fluss und die steile Bergwanderung auf dem Rückweg nehmen wir dann auch gerne in Kauf.

Heute morgen, nach dem glorreichen 4:1 der Deutschen Fussballnationalmannschaft musste Rasmus mit Nationalgebamsel spazieren gehen, wie peinlich…
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…endlich wieder feilaufen und im Wasser toben
Ausflug zur Tokyo Bay, südlich von Yokosuka City. Ein starker Sturm tobte in der Nacht und lies uns denken, das Haus würde wegfliegen. Am kommenden Morgen also das richtige Wetter für einen Strandausflüg in gewohnter norddeutscher Briese… Den Strand der kleinen Bucht teilen wir uns nur mit ein paar Surfern, die auf dem tosenden Meer auf den Schaumkronen und Wellenkämmen hüpfen. Der Hund ist überglücklich, da das angespülte Strandgut und die Algenmasse viele Möglichkeiten zum Buddeln, Toben und Stöckchensuchen bieten.


Big Foot…



Obwohl (aufgrund des Sturmes) der Strand voller Algen ist und es erbärmlich stinkt, freuen sich Mensch und Tier dem Tokyoter Betondschungel entkommen zu sein und an der frischen Luft herumtollen zu dürfen.

Nicht einmal bei den Surfern ist man vor der Farbe Rosa sicher…
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Neulich auf dem Weg zum Hunde-Café…
Direkt neben dem Denenchofu-Busbahnhof befindet sich ein Gebäude in dem Hundehotel, Hundefriseur, Hundelädchen für die aktuelle Fifi-Mode und allen möglichen Krimskrams wie Windeln, Spielzeug, Tüten für Hinterlassenschaften etc. und eben auch ein Hunde-Café. Hier kann man seinen Fifi mit reinnehmen (das ist sonst nirgends in Tokyo möglich, weder in Bus, Bahn, Restaurant etc.) und der Clou des ganzen: Fifi bekommt ein eigenes Menue auf den Tisch oder darf sich den Kuchen mit Herrchen und Frauchen vom Teller teilen! Das wollten wir uns nicht entgegehen lassen, zumal es dort ein Sofa geben soll, auf dem der Hund sitzen darf. Also zog das Trio, bestehend aus Hovawart, Havaneser und Spitzmisch-Puppy, los zum Hunde-Café. Auf dem Weg dorthin haben wir einen kleinen 7 Wochen alten Yorkshirepuppy getroffen und die frisch vom Denenchofu-Star-Groomer kommende Schnauzerhündin mit pinkfarbenem Hundetatoo auf dem Popo. Leider war das Café dann geschlossen (Yasume – Betriebsferien).



Alle Hunde wollten ´sich irgendwie nicht fotografieren lassen und die Kamera streikte, da die Batterie schwach war… nun gut, wir gehen eh noch ein zweites Mal zum Hunde-Café und dann versuche ich schönere fotos zu schiessen…
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Na so was, Auto mit Tüte achtern!
… haben wir uns neulich gedacht. Da fuhr direkt vor uns ein Vehikel mit einer Plastiktüte am Scheibenwischer. Zuerst dachten wir noch ein Versehen, vielleicht den Einkauf nicht richtig verstaut und Klappe versehentlich zu oder etwas ähnliches. Doch an der Ampel, als alle bei Rot anhalten mussten, wurde das Rätsel gelöst. In der Tüte wurde ein kleiner, brauner Haufen sichtbar und hinten auf der Rückbank des Autos turnte der Erzeuger des Haufens herum: ein munterer Beagle, dessen japanische Herrchen die duftende Hinterlassenschaft nicht im Autoinnern mit sich herumfahren wollten. Nun ja, eben Japan. Mit Mülleimern wäre das nicht passiert!

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Hovawart unter Palmen
Endlich kommt der Hund einmal mit! Dank des neuen Autos kann unser Hovawart uns auch auf einem Familienausflug in die Umgebung von Tokyo begleiten. Was vorher nicht möglich war, da große und sehr große Hunde (eben alle, die nicht in kleinem Täschen zu tragen sind) nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren dürfen. Zum großen Glück des Vierbeineers ging es an den Strand und ins Grüne. Richtig sattes Gras, Sonne und Palmen, das hätte sich unser Hovawart vor einem halben Jahr auch nicht träumen lassen…



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Wieder Wasser!
Welch ein Hundeglück: der Lake Ashi in Hakone (Fuji Hakone Nationalpark) dient als kleine Badewanne, da musste der Hovawart gleich ganz viel frisches Seewasser schlabbern…

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Hund auf dem Flohmarkt
…ein Muss! Damit der Fiffi auch ja alles sieht, wird er im Gedränge auf die Schulter genommen.


Abwechselnd war dieser japanische Pudel mit den hübschen blauen Schleifchen am Ohr bei Frauchen und Herrchen auf der Schulter zu sehen. Damit der Hund auch ja alles mitbekommt, haben die beiden ihn auch immer extra zu den jeweiligen Ständen gedreht, hingehalten, sind ausgiebig stehen geblieben, damit der Pudel-Fiffi auch was hat vom Flohmarkt!

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Hund in der U-Bahn
Nur so, in einer Tasche (besser noch in einer eigens für den Hund gedachten Tasche) darf der japanische Hund U-Bahn fahren. Da unser Hund aufgrund seiner Körpergröße nicht mehr in ein tragbares Täschen passt, muss er leider zu Hause bleiben!

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Typisch Japan – Hunde werden im speziellen Doggy-Buggy herumgefahren, natürlich auch mit irgendwelchen Klamotten an…

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Ach du Schande, jetzt ist es wohl soweit… so oder so ähnlich muss es unserem Hovawart wohl durch den Kopf gegangen sein. Er ist jetzt ein echt japanischer Hund und verfügt über ein Regendress – Größe XXL. Nach einem Besuch im Denenchofu-Hundeparadies (Dog-Café, Beauty-Salon, Dog-Hotel und Dog-Shop) haben wir ein sportliches, schlichtes rotes Regendress gekauft. In Hinblick auf den kommenden Sommer und die Regenzeit sowie auf die mitunter sehr heftigen Regenschauertage zwischendurch, eine gute Investition. Noch ist Rasmus nicht ganz davon überzeugt, dass er so herumlaufen will. Aber beim ersten Test gestern (ein ‚es schüttet aus Eimern‘-Tag) zeigte sich die praktische Seite: Der Hund war nur an Pfoten, Kopf und Schwanzspitze nass, nichts was nicht mit kurzem Handtuchrubbeln zu erledigen wäre.

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Unser Hund ist großstadttauglich. Zur Abwechslung sind wir einmal mit dem Fahrrad auf die andere Seite des Tama-Rivers gefahren. Dafür muss eine große, vielbefahrene Brücke überquert werden. Auf dem Weg dahin kommen wir auch an einigen Ampeln vorbei. An einer ist mal wieder ein wie wild fahrender Japaner auf seinem grauen Klapperrad ohne abzubremsen (abremsen und etwas langsamer fahren bei brenzligen Situationen ist nur etwas für Schwächlinge und in Japan sowohl bei Auto- als auch bei Fahrrdafahrern absolut unbekannt) in die Hundeleine hineingekracht. Zum Glück bleibt unser Rasmus in solchen Situationen immer ruhig und schaut nur ungläubig… Die Brücke zu überqueren war für ihn also ein Leichtes. Straßenlärm, Bahngeräusche, Polizeisirenen, Jogger, die ihn fast umrennen (denn auch Ausweichen ist bei Japanern NICHT bekannt – entweder wechseln sie die Straßenseite komplett oder sie gehen stur geradeaus, da wird alle Höflichkeit komplett vergessen)… alles kein Problem für einen gestandenen Hovawart.

Auf der anderen Seite des Ufers fahren wir an hässlichen Hochhäusern vorbei (die allerdings im Dunkeln vom Tamagawadai-Park als rot leuchtende Türme ganz nett aussehen) und an verschiedenen Golfplätzen. Hier ist der Radweg nicht so stark befahren, so dass der Hund freilaufen kann. Weil auf diesem Abschnitt keine Baseballspieler und andere Ballspieler, die grundsätzlich immer einen Höllenlärm veranstalten, spielen, ist es – abgesehen vom Straßenlärm – angenehm ruhig.







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Hunde kaufen die Japaner im Baumarkt, im Gartenfachmarkt, im Supermarkt oder eben in solch kleinen, zumeist schäbig aussehenden Tierlädchen. Hier gibt es dann auch Futter, Deckchen und Jäckchen, teure Bronzefiguren (groß und stehend für den Vorgarten, kleiner und auch teuer zum Hinhängen an die Wand…). Die armen kleinen Viecher, die allesamt deutlich jüngerals 8 Wochen alt aussehen und somit eigentlich noch im Kreise der Geschwister und der Mutter sozialisiert werden sollten, hausen in Plasitkboxen, oft nur eine kleine Decke dabei, die Beine krumm und deformiert, da sie aufgrund des Plastikuntergrundes nicht recht aufstehen können – einfach erbärmlich. Aus lauter Mitleid möchte man deshalb schon den ganzen Laden leerkaufen… Die Japaner finden nichts dabei und so werden wir wohl nichts an dieser scheusslichen Praxis ändern können.

Wer sich keinen Hund halten kann, der nimmt mit solch einer Stoffvariante vorlieb, die immer artig auf ihrem Hocker sitzen bleibt und nicht ausgeführt werden will.

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Das Wasser ist sehr stark gechlort, enthält kaum Kalk (in den Töpfen bleiben keine Wasserränder und in den Spülmaschinen gibt es kein Fach für Maschinensalz, dass wir aus irgendeinem Grund in großen Mengen mit aus Deutschland gebracht haben) und es hat sich sehr positiv auf die Zähne unseres Hovawartes ausgewirkt. Diese sind nach einigen Wochen Aufenthalt in Tokyo mittlerweile strahlend weiss und es sind keine Spuren von Verfärbungen, Zahnstein etc. mehr vorhanden.


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der arme Pudel…

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Shops für Hundekleidung gibt es hier viele – exklusiv, teuer, abgedreht, kitschig, einfach schrecklich. Zum Glück für Rasmus sind nur wenige bis gar keine Klamotten in seiner Größe dabei…
Wie wäre es in diesem Jahr mit einem Weihnachtskostum für den Hund? Schade, auch dieses ist leider (!!!!) zu klein für unseren Hund.

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Der ‚König vom Tamagawa‘ – gestern wollte ihn ein kleiner Dackel angreifen und hat Rasmus in die Beine gebissen. Da half nur verstärktes Schwanzwedeln…



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Tägliches Fahrradfahren am Fluss, am liebsten auch zweimal oder ganz schnell und ganz lange…
Starten wir mit der Fahrradtour vom Haus geht es bis zum Tamagawa nur bergab, der Hund rennt im Schweinsgalopp, die Bremse an meinem Fahrrad glüht und ich bin beschäftigt mit Hund bremsen, Fahrrad bremsen, Spaziergängern ausweichen, auf rasende und kreuz und quer fahrende Autos zu achten… sehr heikle Angelegenheit. Jede Fahrradfahrt gleicht so einem Kamikazeunternehmen…

Neulich: Ein Japaner kommt rückwärts aus einem kleinen Winzgeschäft in einem sehr schäbig aussehenden Haus mit immerhin vier Getränkeautomaten vor der Tür. Er verabschiedete sich vom Ladeninhaber und trat auf die Straße. Zur gleichen Zeit musste ich einem auf meiner Fahrbahn entgegenkommenden Auto ausweichen, das wiederum ein parkendes Auto umfahren wollte. So wurde es eng auf der Fahrbahn. In diesem Moment sprang der rückwärts gehende Mann dazu – und Zusammenprall. Der Hund hat kaum reagiert, eher doof geschaut, der Japaner einen riesigen Schrecken bekommen und ich habe mich mit einem „Sumimasen“ aus dem Staub gemacht…
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Heute musste Rasmus mit seiner Decke umziehen. Diese lag die ersten Wochen neben der Haustür, an einem schön überschaubaren Plätzchen auf den Steinfliesen, sehr kühlend und immer alles im Blick. Da aber der Briefkasten ein Schlitz-mit-Durchschiebfunktion-Loch-in-der-Wand ist, wurde er immer wieder beim Mittagsschläfchen mit Werbung beworfen, welche mit viel Schwung von den Mopedfahrern (die fast täglich mehrfach vorbeikommen und die japanische Werbeflut ins Haus schmeißen) ins Haus befördert wird.

Immer wieder beschwerte sich Rasmus bei uns mit vorwurfsvollem Hundeblick. Jetzt wurde zu seiner Freude der Eingangsbereich umgeräumt, die Hundedecke auf die andere Seite der Haustür verlegt und ein störungsfreies Päuschen ist garantiert.
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Es war einmal ein kleiner Hovawart von 4 Jahren, der wurde in ein Flugzeug gesteckt – und als er wieder aussteigen durfte, war er in diesem komischen Land angekommen, in dem Hunde Klamotten tragen, in Buggy’s spazieren gefahren werden, auf ein Hundeklo gehen oder eine Windel tragen, beim Autofahren auf dem Schoß oder gleich auf dem Lenkrad sitzen dürfen und irgendwie fast alle sehr merkwürdig aussehen und sehr, sehr klein sind!

Unser Hovawart „Rasmus“ erlebt in Japan seinen Kulturschock auf vier Beinen mit Schnauze und Schlabberzunge.
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16 Kommentare so far
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sehr interessant und zuweilen traurig,schoene fotos und ein schoener reisebericht🙂 gruss regido

Kommentar von regido

freut mich, dass es auch gelesen wird…

Kommentar von maikaefer

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