Maikaefer's Weblog


So schaut es aus…

Spaziergang durch Nezu und Yanaka




Alte zweistöckige Häuser, schmale und verwinkelte Gassen, viele Tempel und eine Einkaufsstraße, die Yanaka-Ginza genannt wird und deren Symbol die Katze ist — Der Stadtteil zwischen Nishi-Nippori und Ueno Station in Tokyo erinnert an die sogenannte „alte Welt“: alte Häser aus dunklem Holz, verrostete und verwitterte Gebäude aller Art, eng und vollgestopft, Blumentöpfe vor den Häusern und zwischendurch immer wieder Tempel, Schreine und interessante Straßenansichten. Hier sieht es noch ursprünglich aus, mitunter alterschwach und schmutzig, in jedem Fall aber eine Gegend, in die ein Spaziergang bei schönem Wetter führen sollte. Zur Kirschblütenzeit ist auch der Yanaka Friedholf mit vielen großen Sakurabäumen ein beliebtes Ausflugsziel.

Yanaka Ginza (Taitō-ku, Yanaka, 3丁目):
Musik berieselt die Besucher dieses Einkauf-Marktes, kleine Lädchen bieten touristischen Schnickschnack, günstiges Gemüse, jede Menge Snacks und traditonelle Handwerskunst — alles dicht gedrängt in kleinen Lädchen, die immer eine Katze auf der Markise, dem Vordach oder im Schaufenster stehen haben. Glückskatze Maneki-Neko lässt grüßen.

Weitere Sehenswürdigkeiten:
Suwa-Schrein, Joko-ji-Tempel (direkt neben dem Suwa-Schrein; Vielfalt an Buddha-Statuen und großer Firedhof), Niomon Tor (leuchtend rot und grünes Tor), Kyou-ji-Tempel (mit imposanten dunklem Holztor, dass mindestens 20 Einschusslöcher aus alten Zeiten aufweist), Yanaka Friedhof, Tennoji Tempel, Zensho-en-Tempel (mit riesiger goldenen Buddha-Statue, die über 20 Meter hoch ist)

Anfahrt:
Nishi-Nippori Station (JR Yamanote Linie)
Nezu-Station (Tokyo Metro Chiyoda Line)
Sendagi-Station (Tokyo Metro Chiyoda Line)






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Filmkulisse, Museum oder doch Megametropole?
Beim Anblick dieser Hausfassaden in Akasaka, nur wenige Schritte entfernt von einer vierspurigen Straße entfernt, die gesäumt ist mit den üblichen Hochhäusern, modernen Bürogebäuden und einer Autobahn auf Betonstelzen, kommt unweigerlich die Frage auf, ob es sich hier wohl um eine Filmkulisse oder vielleicht doch eher um ein Museumsdorf handelt. Die Megametropole Tokyo ist immer wieder für Überraschungen gut und so finden sich bei Streifzügen durch die Gassen immer wieder ein unerwarteter Anblick auf etwas wie scheinbar aus der Zeit Gefallenem. Wie eben auf diesen Bildern auch zu sehen…


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WIEDER EINMAL ÜBERRASCHT TOKYO MIT VIELFALT

Dieser Traum in rosa entpuppt sich auf den zweiten Blick als Hundesalon mit integriertem Hundehotel (3F), Trimming und Dog run (2F) sowie Shop (1F). Eingeklemmt von einem großen Wohnhaus steht dieses kleine Türmchen am Rande des Metropolitan Expressway No. 2 Meguro Route (doppelstöckige Autobahn hinter dem Haus) und der vielbefahrenen Straße 415 direkt davor. Nachdem ich auf den Auslöser gedrückt und mich um 180° gedreht hatte, fiel mein Blick auf einen ungewöhnlichen Hinterhof: viele Pflanzen, Palmen, ein wie aus der Zeit gefallenes Arrangement von Töpfen und Figuren – fast wie irgendwo auf dem Lande weitab der Megametropole Tokyo.


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Nach mehr als zweieinhalb Jahren das erste Mal entdeckt: Gassen zwischen den Häusern, dunkle Durchgänge, Zwischenräume und Hinterhöfe. Ab und an einmal anhalten und ein einziger Wechsel des Blickwinkels um wenige Zentimeter reicht aus, um ganz neue Eindrücke aufzuschnappen. Ansonsten hundertmal, wie gewohnt, durch die Einkaufsstraße gerannt und diese Ansichten noch nie wahrgenommen…


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Restaurant in Jiyugaoka


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Stromleitungen, Tempel, Tokyo Tower



… und zwischendurch ein kleines altes Holzhaus zwischen all den modernen Appartementhochhäusern und Bürotürmen. Mitten in Roppongi (hinter dem Tokyo American Club) zwischen Tokyo Tower und Azabujuban-Station fanden wir heute ein übrig gebliebenes Relikt wie aus einer anderen Zeit: ein einzelnes dunkelbraunes Haus in alter Bauweise, dessen Tage sicherlich gezählt sind. In rasantem Tempo verschwinden alle älteren Häuser von der Bildfläche und mit ihnen viele schöne Gärten. Sie machen Platz für Neubauten, die in jedem Fall höher sein werden und mehr Fläche für mehr Menschen bieten werden.

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Japanischer Schnellimbiss

Am Automaten vor der Tür das passende Menue wählen, bezahlen und Ticket ziehen, am Tresen Gericht bestellen und dann in Windeseile das Essen mit lautem Schlürfen in sich hinein schlabbern. Das Essen ist lecker, die Preise sind bezahlbar aber die Tischmanieren der Sitznachbarn lassen definitiv zu wünschen übrig.

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Buntes Durcheinander




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Kawasaki, am Tama River (多摩川, Tama-gawa)
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Plattform der Namboku Line (南北線, Nanboku-sen), der Süd-Nord-Linie durch Tokyo, ganz abgeschottet
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Japanischer Zuckerbäckerstil
Mehr Kitsch geht kaum — dieser überfrachtete Anblick lieferte sich kürzlich bei einem Spaziergang durch Tohoku-ku, Yokohama. Der Traum in rosa und weiß mit den vielen bunten Blumen im Garten erspähten wir direkt nach mehreren häßlichen Gebäudekomplexen mit vielen Auto- und Motorrad-Tuninggeschäften, neben einer vielbefahrenen dreispurigen Straße und unmittelbar vor einem Stromumspannungswerk eigentlich keine wirklich attraktive Wohngegend).



Vermutlich aus der aus China stammenden Tradition, Drachen oder Fu-Hunde rechts und links am Eingang zur Abwehr von Unglück zu stellen, abgeleitet, sieht man sehr oft moderne Varianten von Hundestatuen (zumeist Abbilder der verschiedenen Weggefährten) stehen.
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Weiter geht es in der Sammlung von Fotos über das Wohnen und Leben in Tokyo und Umgebung.







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So kann man also auch wohnen!

Wer sich bislang mit seiner Wohnungssituation unzufrieden zeigte, kann hier eines besseren belehrt werden: Siehe Foto, so kann man also auch wohnen. Und zwar direkt unterhalb einer Brücke, die vom Festland auf eine kleine Insel in der Sagami Bay (相模湾, Sagami-wan) führt, gelegen am südlichen Ende der Kanagawa-Präfektur auf Honshū. Das ist doch endlich mal ein nettes Wohnambiente. Oder gleich in den neuen, im amerikanischen Baustil errichteten orangefarbenen Häusern unterhalb der Stele einziehen?

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Japaner rüsten auf — Illuminations in den Vorgärten Denenchofus

Schon im letzten Jahr haben wir staunend in allabendlichen Spazierrunden mit dem Hund die Bemühungen wohlhabender Japaner registriert, die Weihnachtsbeleuchtungen ihrer Nachbarn mit noch größeren, noch heftiger blinkendenden und noch kitschigeren Installationen in ihren Vorgärten zu toppen.

In diesem Jahr stellen wir fest: Japaner rüsten auf und bieten dem Spaziergänger wieder einmal ein kitschig-schönes Lichterspektakel. Mindestens 6 Gärtner (in einem Fall haben wir auch 20 Personen gezählt) wuseln dann tagelang im Garten, bringen alles auf Vordermann und installieren Rentiere, Mickey Maus, Leuchten aller Art und jede Menge blaue, blinkende Ketten. Dann, um 5 Uhr Nachmittag, leuchtet alles bunt, blinkt, wackelt mit den Köpfen etc. Bei einem einer Burg gleichen Anwesen mit einer meterhohen Hecke auf dicken Felssteinen stehend haben neulich Abend die Gärtner auf Leiter stehend die ganze Hecke mit blauen und weißen Lichterketten bezogen. Es wirkt wie eine Fortsetzung der großen Illuminations, die man noch bis Februar in Roppongi Hills, Tokyo Midtown und sonstwo in Tokyo sehen kann. Einfach eine Spur zu groß…

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Herbstlaubfärbung in Denenchofu und ein Traum wird wahr

Bei einem Hundespaziergang schnell das Handy gezückt und damit — genau wie die hundert anderen Japaner, die mitten auf der Straße stehen, mit dem Auto auf der Kreuzung anhalten und eben mal die Ginkoalleen in Denenchofu fotografieren — habe ich am Nachmittag ein paar Herbstimpressionen (immerhin haben wir schon Anfang Dezember und hier strahlt die Sonne bei über 20˚C mit dem blauen Himmel um die Wette) mit der Handykamera eingefangen.


Wohlweisslich, dass die Fotoqualität nicht die beste ist, stand beim Anblick des kräftig rot gefärbten Laubes schnell der Entschluss fest, am nächsten Morgen mit der großen Spiegelreflexkamera erneut hier vorbeizugehen. Da hatte ich allerdings noch nicht den japanischen Wetterbericht verfolgt und somit auch nichts vom Sturm und Starkregen am nächsten Tag gewusst. Ansonsten wäre ich schnellstens nach Hause gegangen, um anschließend wieder mit der Kamera den roten japanischen Fächerahorn und die anderen schönen Pflanzen zu fotografieren.


Am nächsten Morgen wurden wir vom Hämmern der Regentropfen auf dem Dach geweckt. Sturm und Starkregen haben im laufe des Morgens nahezu alle Blätter aus dem Kirsch- und Ginkobaum vor dem Haus weggefegt – und alles lag in rauhen Mengen auf der Einfahrt und auf der Straße gehäuft herum. Obwohl der Hund bei dem Wetter keinen Fuß vor die Tür setzen wollte, wurde für uns ein Traum wahr: Wie auf Knopfdruck gaben die beiden großen Bäume vor unserem Haus (fast) alle Blätter her — das bedeutet nicht mehr tagelanges Fegen. Yuhu! Allerdings waren auch andere Bäume über Nacht wie leergefegt, somit gibt es keine prächtig leuchtenden Motive mehr.

Schöner Nebeneffekt: Im Park im Herbstlaub herumrascheln, dass ist sonst nie möglich, da der Parkfeger aufgrund der großen Menge an Laub mit dem Fegen einfach nicht mehr hinterherkam. Eigentlich wird jedes Blatt, jeder Zweig — alles — sofort aufgefegt.



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Wie ein paar Kraft-Scheibletten stehen diese Hochhäuschen in der Gegend herum

Für Westler unvorstellbar schmale Gebäude, die sich dann auch noch merkwürdig in die Höhe fortsetzen. Wer soll hier denn noch arbeiten, sich umdrehen oder gar einkaufen können? Es muss ja schon ein Großteil der Fläche für die Treppen bzw. Aufzüge draufgehen…

Der Tokyoter-Stadtdschungel ist immer wieder für Überraschungen gut — direkt gegenüber von diesen Scheibchen-Hochhäusern steht ein großzügiger Komplex von insgesamt 6 Gebäuden: Midtown Tokyo. Der Ausdruck von Protz, Eleganz, Großzügigkeit und modernem Luxus schlechthin.

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Unglaublich schmales Haus gesehen in Mukogaokayuen, Kawasaki
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Minami-Aoyama
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Blick vom Bahnsteig in Jiyugaoka
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Es ist mal wieder Zeit für ein paar Fotoimpressionen aus Tokyo:


Kleiner Tempel in Jiyugaoka

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Gegensätzlicher kann es kaum noch sein – Wohnen in Extremformaten…


Dieses schmale Häuschen (ein Zwei-Familienhaus) steht nur wenige Straßenecken entfernt von dem großen, wuchtigen Bau auf dem unteren Bild. Allein der Garten des wuchtigen Klotzes ist mindestens doppelt so groß wie die Wohnfläche des schmalen Zwei-Familienhauses…
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Bretterbuden-Buchladen in bester Lage
In Denenchofu 4-chome steht diese rostige Bretterlaube, nur einige hundert Meter und zwei Straßenecken von Millionärsvillen entfernt. Neben Büchern kann der Japanisch-Kundige auch jede Menge Mangas kaufen.

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Von jedem was, wie in vielen Stadtteilen Tokyos und Yokohamas gibt es eine Unmenge an ganz verschiedenartigen Eindrücken – alles in unmittelbarer Nähe gelegen. Seien es konträre Baustile, modern gegen altertümlich, schäbig gegen teuer aussehend etc. Diese Fotos enstanden neulich in Motomachi und der angrenzenden Chinatown.




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Nur eine Straßenecke von dieser gelben Garage (s.u.) entfernt findet man das Gegenteil von luxuriösem Wohnen auf großem Raum – eben typisch japanische Familienwohnungen. Hier, in der wohlklingenden „Residence Denen“, leben 8 Familien (wie man anhand der Postkästen abzählen kann. Und zwar auf einer Fläche, die in etwa der Doppelgarage mit dem gelben Stein entspricht…


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Feinste Materialien…
für die Garage. Diese Mauer sieht fast wie ein Kunstwerk aus, ist aber eine profane Garagenwand (selbstverständlich mit Alarmanlage).


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Dieses schmale Haus steht in Setagaya, in der Nähe des Bahnhofes. Es läuft zur großen Straße hin sehr schmal zu (1,10m an der schmalsten Stelle). Nach hinten hin sieht man es etwas breiter werden (geschätzte 2,00 m). Die Frage stellt isch uns, wie man hier Möbel unterbringen kann und was man mit dem schmalen Hauszipfel eigentlich anfangen soll?

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Dieser Mercedes steht vor einem „Schlauchhaus“ – sehr chick, sehr modern aber eben nur sehr schmal gebaut. Die Auffahrt zu diesem Grundstück ist dabei um einiges länger als das Haus!

Erst nach einigen Malen hinschauen haben wir entdeckt, das das Haus im Winkel hinter den links zu erahnenden Gebäude noch einige Meter weiter führt. Trotzdem sehr merkwürdig, so viel Fläche für die Auffahrt zu verschwenden…
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Dieses schmale blaue Haus steht in Yokohama Tsuzuki. Es ist allerdings keine seltene Ausnahme, dass ein Haus oder ein Gebäude welcher Art auch immer derart schmal ist. Immer wieder sehen wir ca. 1,50 bis 2,00 m breite Häuser, z.T. auf merkwürdig geschnittenen Grundstücken (z.B. extrem Spitz zulaufend, so dass eigentlich keine Möbel mehr im Haus untergebracht sein können). Dabei wird wirklich jede freie Fläche verbaut – egal ob direkt an Bahngleisen, Autobahnen oder zwischen mehrstöckigen Fahrspuren etc. Gerade gestern haben wir von der Bahn aus gesehen, dass ein Bahnsteig überdeckelt wird mit dicken Stahlträgern. Es wird einfach in die Höhe gebaut. Nebenan war eine Brücke für eine vielbefahrene Einfallstraße ins Centrum Tokyos zu sehen, so what… Der Bauwut der Japaner scheinen keine Grenzen gesetzt. Ganze Stadtteile (wie in Futakotamagawa) werden aus dem Boden gestampft, abgerisse, erneuert, aufgestockt und was auch immer. Das Tempo der Stadtentwicklung scheint jedenfalls rasant zu sein.

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China-Town in Yokohama




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Das Gebäude von TOKYU Gas in Center Minami.

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Gotanda-Station [五反田駅]
… in Shinagawa-Ward, Tokyo. Hier fährt die berühmte Yamamote Loop Line durch. Im östlichen Teil (Inner Loop-Bereich) von Gotanda steht eine ältere, kleine evangelische Kirche auf einem Hügel. Umgeben von Palmen und einem kleinen japanischen Garten und nebenan dass baufällige Haus der Pastorin. Links und rechts die typischen Bürogebäude von Gotanda und Baulärm, Abrissarbeiten, Neubauten, eine große Straße etc. Alles in allem sieht es in Gotanda sehr modern und westlich aus. Selbst die kleinen japanischen Winz-Restaurants mit den verschieden farbigen Tüchern vor dem Eingang, die überall nur aus einem alten, zum Abriß verdammten Holzverschlag zu bestehen scheinen, sehen hier ordentlich und neu aus.




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Gakugeidaigaku


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Kobanbox in Denenchofu-Tamagawa


In solchen Koban-Boxen wie auf dem Bild oben (direkt am Zebrastreifen, die kleine grüne Kiste im grauen Haus- mal etwas größer, meistens aber wirklich kleine Kisten) steht immer ein wichtig dreinschauender Uniformierter mit langem Holzstock. Auch 2-3 Koban-Fahrräder (weiße Räder mit einem eckigen weißen Kasten auf dem Gepäckträger und mit einem Blink-Rotlicht an der Seite) sowie ein Koban-Moped kann man hier fast immer sehen. Obgleich die Koban-Polizisten strng und mitunter angsteinflössend wirken, kann man sie ruhig nach dem Weg fragen, sagt hier Bescheid, wenn man längere Zeit verreist und das Haus unbewacht ist – dann kommen die netten Herren mehrmals täglich vorbeigefahren und schauen von außen nach dem rechten -, meldet die Fahrräder an, damit sie im Falle eines Diebstahls (in Japan ja eher unwahrscheinlich ;o) auch wiedergefunden werden können. Die Kobanbox-Polizisten können aber auch ziemlich ungemütlich werden und teure Strafzettel verteilen, wenn die Autofahrer die Stopstreifen vor dem Zebrastreifen am Rondel in Denenchofu / Bahnhof übersehen. Nach unseren Schätzungen fährt aber jeder 9. von 10 Japanern ‚regelwidrig‘ und hält sich nicht (jedenfalls nicht für uns erkennbar) an die Vorschriften.

Neben den Kobanbox-Polizisten gibt es noch japanische Politessen (bei uns in Denenchofu laufen ein Mann und eine Frau gemeinsam Parkkontroll-Streife). Diese erkennt man an ihren langen, grünen Uniform-Mänteln und der orangefarbenen Armbinde. Sobald ein Auto parkt (das ist in Tokyo überall verboten, wo ein durchgezogener Streifen am Straßenrand aufgezeichnet ist – also so gut wie überall), klopfen die freundlichen Beamten an die Heckscheibe und überprüfen somit, ob eine Person im Auto sitzt. Wenn ja, wird diese freundlich aufgefordert, dass Auto wegzufahren. Sollte keiner im Auto sitzen gibt es sofort einen teuren Strafzettel.

Dann gibt es noch die Bezirksrentner, die mehrmals täglich (eigentlich immer, wenn ich mit dem Hund spazieren gehen, treffe ich einen Koban-Polizisten oder einen Bezirksrentner…) durch die Gegend streifen und nach dem rechten Ausschau halten. Haben auch alle ihre Blätter schön ordentlich wegefegt, ist der Müll nicht auf die Straße gefallen usw. Diese Bezirksrentner, ehrenamtlich tätige kleine, zumeist hutzelig aussehende schmächtige Japaner, die ihre Aufgabe sehr, sehr ernst nehmen(!!!) erkennt man an der grünen Binde am Arm.

Auch der schwarz-weiße Polizei-Streifenwagen fährt mehrmals täglich seine Runden und hält an jeder kleinen Straßenkreuzung ganz gewissenhaft Ausschau nach dem Bösen. Wir sind hier also ganz gut beschützt und werden noch besser kontrolliert.
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Herbststimmung in Denenchofu. Ginkobäume geben ihr Bestes und locken täglich zahlreiche Hobbyfotografen an. Es ist bereits Anfang Dezember, das goldene Laub fällt von den Bäumen (Ginko ist in Japan auch das Wort für Bank), bei ca. 15° kann man noch gemütlich in der Sonne spazierengehen und in den Gärten leuchten ab fünf Uhr Nachmittags, dann wird es nähmlich dunkel, die Weihnachtsbeleuchtungen! Täglich kommen neue dazu, meist blinkt es blau und weiß. Und die jeweiligen Nachbarn rüsten auf zum Wettleuchten.


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Jiyugaoka, dieses Städtchen mit unendlich vielen Restaurants, Verkaufsständen an den Stra0enecken, dichtgedrängten kleinen Ladenstraßen, europäisch wirkenden Ecken, französischen Gassen, Tempel und Shrinen, großen Label und vielen, vielen Kleinstläden, in denen man stöbern kann, hat sich für uns – aber auch für viele andere Gajins – zum heimlichen Lieblingsort entwickelt. Ein weiterer Vorteil: es ist schnell zu erreichen. Egal ob mit dem Rad, zu Fuß oder mit der Bahn. Diese benötigt laut Fahrplan nur eine Minute (das wird erreicht, indem der Zugführer in ganz japanischer Manier kräftig das Gaspedal drückt, um aus der unterirdischen Denenchofu-Senke zu kommen, den Berg entlang rast, um dann sofort wieder scharf auf die Bremse zu treten). Natürlich wirbeln dabei die Fahrgäste ein wenig hin- und her. So what. Hauptsache der Fahrplan wird minutiös eingehalten…










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Straße in Denenchofu – zwischen Tamagawa-dai und Horai-Park

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irgendwo in Jiyugaoka…

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Bahnhofsvorplatz in einer der vielen Retortenstadtteile – hier Nakayama in Yokohama


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Blick vom Bahnsteig der Tokyo Toyoko Line aus auf Jiyugaoka…

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Mickey Mouse-Chick trifft Whisky-Schrottbude aus Holz (es sieht in Wahrheit noch um einiges schäbiger aus als auf diesem Bild, die leuchtende Morgensonne schmeichelt der Optik…)

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Das ist Japan – selbst die kleinste Fläche wird ausgenutzt:
Wie hier ein sehr, sehr schmales Haus (keine 2,30m breit), dass auf einem ca. 100 m langen Streifen zwischen 3 Straßen und an einer Straßenkreuzung (somit in unmittelbarer Nähe zu VIER Straßen, drei Fußgängerüberwegen mit Ampel und neben einem kleinen Flüsschen in einem Betonbett liegt.

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Das Häuschen (rechts neben der Frau mit Tasche) hat einen Garten, der sich auf ungefähr 2,50 m x 70 m erstreckt. Die Frage stellt sich uns, wie die Möbel in diesem schmalen Haus aufgestellt sein könnten. Gibt es gar ein Bett? Diese Zwerghäuschen sind immer wieder im Stadtbild zu finden. In den seltsamsten Ausprägungen. Für uns immer noch ungewohnt ist der Anblick diverser Stromleitungen auf den Straßen. Diese sind z.T. sehr abenteuerlich – sprich kreuz und quer – verlegt, manchmal sehen sie wie zusammengeknotet aus und sie verunstalten selbst die schönsten Häuser…
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Kurz vor Sonnenuntergang in den Straßen von Denenchofu…
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… gesehen in Nakamachidai
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unglaublich, dieser Stilmix – kaum wenige Schritte weiter gegangen, findet man neben absoluten Schrottbuden die feinsten, nach viel Geld aussehenden Kästen, mit Videokamera und zwei dicken deutschen Autos vor der Tür…
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Ok, hier versuche ich die so unterschiedlichen Baustile, die uns immer wieder begegnen einzufangen und z.T. kommentarlos wirken zu lassen. Es ist schon echt skurril mitanzusehen, wie hier gebaut wird. Dabei meine ich nicht explizit die Bauweise (die ist auch schon einen eigenen Artikel Wert, wir kommen jeden Tag mehrmals an zwei Baustellen vorbei, hinter unserem Haus ist ebenfalls eine Baustelle, und könnten da so einiges berichten…), also die Art wie das Material verarbeitet wird, sondern in welchen Formen. Da stehen alte holztempelartige Häuser direkt neben Glastürmen und an Disneychick erinnernde Türmchenhäuser mit Ziergiebeln usw. Ich versuche, so gut es geht und so oft ich die Kamera dabei habe, ein Bild einzufangen. So wird sicher allmählich ein Sammelsorium entstehen, über das sich jeder selber seine Meinung bildet…

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Direkt an der Omote-Sande (Entrance Meiji Jingumae) in Jungumae, Chome 1

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Denenchofu, Chome 3

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Denen-cho-fu, Chome 3

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Eines der unzähligen Restaurants...

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Wieder ein Haus in Denenchofu, Chome 3 - nahezu jedes sieht komplett anders aus!

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Kleiner Laden, gesehen in Setagaya-ku

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Blumenladen in Denen-cho-fu, Chome 2

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Noch ein Blumenladen in Denen-cho-fu, Chome 2 (direkt gegenüber von Precce)

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Jijugaoka - eines der zahlreichen Café's an der unteren Bahn (Tokyu Oimachi Line)


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