Maikaefer's Weblog


Tamagawa

Tama-Impressionen

Obdachlose sammeln Müll und bringen diesen jeden Samstag zur nahen Mülldeponie. Dann sieht man wieder die turmhoch beladenen Fahrräder und Mopeds am Fluss entlang brausen…

Sportler vor der Silhouette von Futako-Tamagawa, derzeit eine ewige Baustelle…


Die „blauen Seniorenresidenzen“ am Fluss… Obdachlosen-Plastikplanen-Siedlungen säumen das Ufer
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Klettern am Fluß, wir sitzen bei 12°C in der Sonne auf einer der wenigen Bänke und sehen zu, wie Junior am Flussufer versucht, Fische zu fangen…

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Spaziergang mit Schildkröte
Wir haben ja schon viele Tiere, neben Hunden, am Flussufer gesehen, die von ihren Besitzern spazieren geführt wurden. Hasen an der Leine, Katzen im Fahrradkorb, Nagetiere auf dem Arm, Affen mit Windel und Hose und jetzt auch das noch: heute führte ein Japaner seine Schildkröte am Flussufer spazieren. Nicht irgendeine kleine, sondern ein richtig beindruckendes Exemplar, dass viele Japaner (und uns auch) zum Anhalten, Staunen und Fotografieren bewogen hat.









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Am Samstag begeneten uns viele Obdachlose mit turmhoch beladenen Fahrrädern und Moped’s, die den gesammelten Müll für einen Obulus zur Müllstation fahren. Z.T. sahen die Fahrzeuge so voll bepackt, dass für den Fahrer kaum noch Platz vorhanden zu sein schien.
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Genau hier, wo die zwei Hübschen ihre stilvolle Plastikpicknickdecke ausgebreitet haben, hat Rasmus gestern sein ‚Geschäft‘ hinterlassen. Ausnahmsweise habe ich es einmal nicht entfernt, da ich die Puuhbag nicht erst aus meiner Fahrradsatteltasche zerren wollte und keiner weit und breit zu sehen war… diese gajins… Oft beobachten wir Japaner, die an den ungemütlichsten Stellen (wie z.B. unter lauten Straßenbrücken, am Betonrand des Flusses…) zum Sonnen, Grillen, Feiern und Picknicken niederlassen. Obwohl der Tamagawa-Grünsteifen genügend nettere Freizeitflächen zu bieten hat, die oft nur wenige Schritte entfernt liegen, werden die hässlicheren Sitzplätze bevorzugt.

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Wieder einmal Bilder vom Tamagawa-dai, dem Park auf dem Hügel vor dem Fluss. Dieser Park ist, wie viele, die wir bisher gesehen haben, nicht gerade als schön zu bezeichnen. Zumindest nicht im vergleich mit Parks, die wir uns bisher in verschiedenen Ländern angeschaut haben. Dieser Park sieht trostlos, grau und ungepflegt aus. Da helfen auch die vielen Parkfeger nichts, ältere japanische kleine ‚Hutzelmännchen‘, die von früh morgens bis zum Einbruch der Dunkelheit mit ihren altertümlichen Reisigbesen den Park fegen! Ja, ihr habt richtig gehört. Hier in Japan wird ALLES gründlichst gefegt. Auch der rumpelige Park. Die Wege sind wahre Stolperfallen. Neben Baumwurzeln und unendlich vielen Treppen, mit unterschiedlich großen und hohen Stufen, gibt es in Parks – genauso wie auf den Fußwegen in schönen Einkaufsstraßen, keine fußgängergfreundliche Wegebefestigung. Jeder einzelne Schritt muss mit bedacht gewählt werden, will man sich nicht den Knöchel verstauchen… Da erscheint es doch wahrlich wichtiger, unermüdlich die Blätter wegzufegen, als sich um gehfreundliche Wege zu kümmern!


Einige Wege sind mit Trittsteinen in der Mitte versehen, die vielleicht in der Regenzeit, wenn der Boden matschig und schlammig ist, ganz nützlich sein mögen. Allerdings kann man auf diesen nur in kleinen japanischen Trippelschritten gehen (so als ob man traditionelle Holzsandalen anhätte) und stößt sich an diesen im dunkeln immer wieder die Zehen…
Diese Mülltüten am Parkrand zeigen auf, wie gründlich die Parkfeger ihren Job erldigen und mit welchem Ernst die Blätter von den grünen Zweigen getrennt werden. Japanische Mülltrennung at its best!

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Golf spielen am Tamagawa – nun gut, ein englische Rasen sieht eindeutig anders aus und den ganzen Tag nur Abschlag üben muss auch langweilig sein. Aber immerhin, Golf spielen…

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Obdachlosenwohnung unter der Brücke in Denenchofu-Tamagawa

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Der ordentliche japanische Baseballspieler stellt sein Fahrrad am Fluss in Reih und Glied ab, ebenso die Straßenschuhe und die Sporttaschen. Lustig anzusehen, wie es vor den unzähligen Baseballfeldern immer aussieht…






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Morgens um 6:30 Uhr – so leer kann es am Tamagawa sein. Das Gegenstück dazu (Massen von Sportlern, Spaziergängern, Joggern etc. an einem sonniger Wochenendtag) wird hier auch irgendwann noch gezeigt…





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Ein Blick über den Fluss auf das Südufer – irgendein Sportpark in Kawasaki…

Komorane am anderen Flussufer

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Blick vom Tamagawa-dai (Park) auf den Tamagawa (Fluss) – inklusive Stadtansicht von Kawasaki und die ‚Wohnanlagen‘ der Obdachlosen, erkennbar an den blauen Planen.
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Die Kinder eines Kindergartens nutzen heute die steilen Hänge am Rande des Tamagawa-Ufers für ein „Rodelvergnügen“ auf Pappkartonstreifen, während oben auf der vielbefahrenen Straße die LKW’s und Autos langdonnern – Großstadt eben.
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Ganz wichtig bei japanischen Bauarbeiten, handwerklichen Tätigkeiten, Gartenarbeit etc.: IMMER muss irgendjemand nur so rumstehen! Dieser Arbeiter hier hat die WICHTIGE Aufgabe, ein blaues Netz hinzuhalten, während sein Kollege den Abhang mäht. Sicherlich wollen die beiden verhindern, dass Dreck auf die gut 2,5 m entfernt liegende Straße gerät (dabei ist das mehr an Metern als so manches Haus hier breit ist!!!). Nur wenige Meter weiter sind zwei andere Arbeiter ebenfalls mit Grasmähen beschäftigt: Einer sitzt auf einer Art Planierraupe in japanischer Zwergengröße und mäht den Hang. Der Andere läuft vorneweg und schaut zu.
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Der Fluss Tama (Gawa bedeutet auf Japanisch: Fluss), oder auch Tamariver [jap. 多摩川], erstreckt sich über insgesamt 138 km von der Präfektur Yamanashi bis hin zur Tokyoter Bucht und endet am nationalen Haneda-Airport. Entlang des Flusses gibt es Wege, viel Grün, Spielplätze, Bambuswäldchen, zahlreiche Sportflächen – aber auch Mengen an Müll, blaue Zeltdörfer von Obdachlosen gebaut, Müllverbrennungsanlagen, hässliche Hochhäuser, verdorrte Grasflächen, matschige Baseballfelder (die nach starkem Regenfall eher an eine Schweinesule erinnern), Brücken für Straßen, Autobahn und Bahn, Beton, Beton, Beton…

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Wikipedia schreibt zum Tamagawa:
Der Tama entspringt südlich des Gipfels des Kasatori-yama (1953 m) in der Präfektur Yamanashi. Bis zu seinem Eintritt in den Okutama-See trägt er den Namen Tabagawa.
Ab dem Okutama-See fließt er in der Präfektur Tokio zunächst als Gebirgsfluss nach Osten, bis er sich in der Stadt Ōme in Richtung Südosten wendet. Er durchfließt nun den südlichen Teil der Kantō-Ebene und damit eines der dichtest besiedelten Gebiete der Erde. Unterhalb der Städte Inagi und Fuchū bildet der Tama die Grenze zwischen der Präfektur Tokio mit den Städten Chōfu und Komae sowie den Bezirken Setagaya und Ōta am linken Ufer und der Präfektur Kanagawa mit der Stadt Kawasaki am rechten Ufer.
Er mündet im Hafenbereich von Tokio und Kawasaki in die Bucht von Tokio. In der Flussmündung liegt der internationale Flughafen Tokio-Haneda.

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Über ca. 40 km gibt es befestigte Wege zum Fahrradfahren, Spazierengehen oder Joggen. Das Flussufer dient als Naherholungszone und als großer Sportplatz. Fast jeden Tag, zwischen Sonnenauf- und Untergang, sieht man hier Baseball-, La Crosse-, Rugby-, Socce-, American Football-, Tennis und Golfspieler. Letztere nehmen ihre Schläger geschultert mit ans Flussufer und üben Abschlag (besonders gerne frühmorgens, da um diese Uhrzeit eher wenig los ist am Tamagawa). Am weitesten verbreitet scheint Baseball zu sein. Es ist auch das mit Abstand lauteste Spiel – schon wenn man den Park durchquert (Tamagawa-dai) hört man von den unten gelegenen Sportflächen her den Lärm der Spieler. Angenehmer zu ertragen ist da das gleichmäßige Plopp, Plopp der Tennisspieler. Lautes Schreien beim Sport scheint eine Art Volkssport zu sein und dient wohl als Ausgleich zum unterwürfigen Verbeugen und dem Konformismus, dem die Japaner täglich ausgeliefert sind.
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Blick vom Tamagawa-dai aus die Straße herunter in Richtung Fluß.
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5 Kommentare so far
Hinterlasse einen Kommentar

[…] Tamagawa […]

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sieht ja echt fast so aus, als seit ihr allein … bis auf einige Ureinwohner😉

Kommentar von shirtklinik

…ugah-ugah…

Kommentar von maikaefer

…ja, man muss nur früh genig aufstehen, dann kann man auch mal ohne ein paar Tausend Leute um einen herum spazieren gehen…

Kommentar von maikaefer

[…] Tamagawa […]

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