Maikaefer's Weblog


Hanami

Endlich mal ein richtiger Park in Tokyo!
Die Kirschblütenzeit in ihren allerletzten Züge – im Kinuta-Park in Segaya bewundern wir die doppelt gefüllten Blüten, die hier in unterschiedlichen Rosanuancen prachtvoll blühen. Dieser Park verdient den NAmen ‚Park‘ wirklich, er glänzt mit hügeligen Graflächen, Kirschbäumen ohne Wolkenkratzer-Skyline im Hintergrund und alten, knorrigen Bäumen. Eben ein ganz normaler Park – allerdings für Tokyoter Verhältnisse schon aussergewöhnlich grün. Wäre da nicht ein ganz klitzekleines Manko: der dröhnende Lärm der Autos vom Tomei-Expressway, die direkt neben dem Kinuta-Park entlangbrausen…


Auch hier noch ein paar versprengte blaue Plastikbahnen mit wild gewordenen Hanami-Fans drauf…

Endlich einmal wieder so richtig nach Herzenslust klettern.

Wir haben wieder einmal alles so richtig falsch gemacht: Im hinteren Bereich des Parks gibt es eine schöne Joggingstrecke, die wie eine kleine Rennautobahn One-Way rundherum führt. Fahrradfahrer, Skater und eben auch Jogger drehen hier im Grün und entlang der lauten Autobahn ihre Runden. Wir wollten da nicht groß im Weg stehen und sind quer durch den Park marschiert – die große Tafel mit den Verboten (Hunde, Katzen, Fussball spielen, Fahrradfahren etc. verboten) ignorierend, da wir auch andere Vierbeiner mit ihren japanischen Herrchen hier laufen sahen. Zwei Stunden später, auf dem Rückweg zum Parkplatz, kam uns ein Parkaufseher mit dem Rad entgegengeradelt und hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass Haustiere NUR auf dem Jogging-Cycle laufen dürfen. Böse, böse, böse. Leider reichen meine Japanisch-Kenntnisse nicht aus, um mit einer vorlauten Antwort zu kontern, dass das Fahrrad hier eigentlich auch nichts zu suchen hätte!
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Ausflug zum Inokashira-koen
…das ist der Park, in dem Doris Dörries Film „Kirschblüten Hanami“ gedreht wurde…
Auch hier gibt es sie – unsere lieben Hanami-Japaner auf blauen Plastikplanen, die wirklich hässlich aussehen. Jetzt wissen wir auch, wieso die Obdachlosensiedlungen aus diesen blauen Plastikplanen erstellt werden. Die ganzen Hanami-Fans nehmen die Planen garantiert nicht für ein Jahr mit in ihre Zwergenwohnungen, sondern schmeissen die Planen weg und kaufen sich lieber jedes Jahr neue. So gibt es immer genug Baumaterial für die offiziell eigentlich gar nicht existierenden Wohnungslosen, die immer wieder am Flussrand, in Winkeln der Parks, unter Autobahnbrücken etc. zu finden sind.




Ein nett anzusehender Tempel steht mitten im Park am See.



Bootfahrende Menschen, die für diesen Park berühmten Schwanenboote sind heute noch nicht zahleich auf dem Wasser vertreten. Sehr wahrscheinlich wird an Wochenenden mehr los sein.



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Hanami, Sakura o Sakura…




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Entlang des Kanals in Nakameguro stehen links und rechts Kirschbäume – das war auch schon DIE Attraktion. Ganz nett anzusehen sind sie ja, die Sakura-Bäume, Cherry Trees, Japanischen Kirschen. Allerdings können wir nicht die hässlichen Häuserschluchten und das trostlose Betonbett des Kanals ausblenden. Ah, Oh, eine Kirschblüte, ja und?


Ehrfurchtsvoll blicken die Japaner in den Kanal, fotografieren so gut wie jede Blüte, schleichen noch langsamer dahin als sonst und nerven mit ihren „Ah“ und „Oh, Sakura“-Ausrufen.

Die Lampen entlang der Bäume beleuchten die Bäume im Dunkeln. In den Restaurant entlang des Kanals nehmen windige Geschäftsleute 300 Yen Tischgebühr, nur so weil Sakura-Saison ist.



Japaner fotografieren gerne, klar. Das Handy immer dabei, Gruppenbilder mit der zum „V“ vorgestreckten Hand und eben Sakura-Bilder. Die Fotos werden gleich mit der Freundin zusammen angeschaut.





Straßenverkäufe, selbstgebastelte Buden, Restaurants schmücken sich ganz im Sakura-Look, Picknicken am Kanalrand (dafür wird einfach die gelbe Absperrkette zur Seite genommen und sic trotz Verbot am Straßenrand niedergelassen)…



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Hanami (jap. 花見, „Blüten betrachten“) ist bei Japanern sehr beliebt und eine langjährige Tradition, die vorraussichtlich seit der Nara-Zeit (710–784) besteht.



In Deutschland wurde durch Doris Dörrie’s Film „Kirschblüten – Hanami“ aus dem Jahr 2008 (mit Elmar Wepper, Hannelore Elsner und Aya Irizuki in den Hauptrollen) dieses Fest zu einem Begriff.


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